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Inhaltsverzeichnis   essence  Alpha et Omega

 

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composer Tiagaraja Adil Christoph Allenstein, © 2017   
aus:  Millennium Music Poetry  DAS BUCH DER GESÄNGE  

 
   

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I.  Global Warning


Königin der Nacht  Man wagt nicht zu fragen, warum Frauen es vorziehen, in der Hölle den Herrscher zu spielen, anstatt im Himmel sich von der Liebe zu schöpferischem Wirken lieben zu lassen. Doch ist es nicht gerade die Frauenwelt, die vom materiellen Überfluss ihrer Beziehungsstrategien profitieren, und die gar nicht danach fragt, wie dieser zustande kommt? Sind nicht zudem "alle Frauen" stillschweigend einverstanden mit der „Freiheit zu rücksichtslosem Konkurrenzkampf, wer gerade die Stärkere ist“? – Fühlen Frauen sich etwa verantwortlich: für die vielen zerbrochenen Ehen, für das Heer von an Körper und Seele Erkrankten, für jene Männer 'schwach im Geist', die am "Weltfrauenglaube" gescheitert sind? Ist nicht allen Frauen 'der Buddhaweg' vielmehr zutiefst unbequem (vgl. Buch Esra 10:44)? Führen sie nicht stattdessen, eine Oberhand über 'den König' gewinnend? Doch ist die Kultur schachmatt, bricht unsere ganze Menschheit zusammen.
 

'Du weißt in der Liebe nicht richtig Bescheid', sagte Diotīma {Priesterin in Arkadien} zu Sokrates, 'da du anscheinend in deinen Worten offen den Regeln der Liebe entgegentrittst. Durch die Vorschrift der Liebe werden wir belehrt, dass, wer mehr gute Taten vollbringt, sich größerer Ehre erfreuen und durch viele Belohnungen ermutigt werden soll. Wenn wir aber deine Rede als wahr anerkennen sollten, werden die guten Taten denen, die sie vollbringen, schaden, umgekehrt wird es anderen anscheinend nützen, sich guter Taten enthalten zu haben und nichts Gutes getan zu haben. Du sagst, du wolltest in diesem Punkt von meiner Lehre unterrichtet werden; diese Mühe aber weise ich entschieden zurück, weil die Wahl eines Gelehrten zum Liebhaber wohl der Wahl jenes Mannes vorzuziehen ist, der durch meine Mühe belehrt werden muss. / Dieser ist zuerst immer arm vor Gott (Matthäus 5:3; Psalm 109:22), und viel fehlt daran, dass er "zart und schön" wäre; denn er ist indifferent, ohne Ruhm und Ansehen, unbeschuht, ohne Behausung (Matthäus 8:20), mit seinem Haupt {planetarisches Gewahrsein} die Erde berührend, nächtigt er vor den Türen auf den Straßen unter dem freien Himmel und ist der Natur seiner Mutter (Prajñāpāramitā) gemäß stets ein Kind der Bedürftigkeit; andererseits stellt er seinem Vater entsprechend dem Guten und Schönen nach, ist mutig, keck und rüstig, ein gewaltiger Chasseur, allezeit Ränke schmiedend, nach Einsicht strebend, sinnreich, philosophierend, sein ganzes Leben lang – welch gewaltiger Magier und Alchemist und Lehrer der Weisheit und der schönen Rede! Weder wie ein Gott geartet noch wie ein Mensch, bald an demselben Tage blühend und gedeihend, wenn es ihm gut geht, und bald auch hinsterbend, doch auch wieder auflebend, durch die Natur (Gottes) seines Vaters wieder zum Leben erwachend. Was er sich aber schafft, rinnt ihm immer wieder davon, so dass er niemals weder arm ist noch Reichtum besitzt, auch zwischen Weisheit und Unverstand immer in der Mitte steht. Richtet sich die Liebe der Frauen auf diesen, sind sie das Liebenswerte und in der Tat als wahrhaft schön, zart, vollendet und selig zu preisen. – Sokrates, du scheinst an allzu großer Unwissenheit zu leiden, unerzogen und ungelehrt, die Lehre einer einsichtigen und unterrichteten Frau ansuchend.' (Andreas Capellanus, De Amore, Liber primus 54-55) / Platon, Symposion 201d-212c, Rede Diotīmas).
 

'Der Schleimpilz ist ein amöbenähnliches Lebewesen, das in der Vegetation auf Waldböden vorkommt und sich durch bloße Teilung fortpflanzt, so dass sich die Nachkommenschaft einer einzigen Zelle im Laufe der Zeit über ein größeres Gebiet ausbreitet. Irgendwann ist die Nahrung in unmittelbarer Umgebung erschöpft, so dass die Kolonie dieser Individuen abzusterben droht. An diesem Punkt der Entwicklung kommt es zu einem bemerkenswerten Vorgang: Die einzelnen Zellen beginnen, sich nach innen zu bewegen. Zuerst rücken sie nahe zusammen. Dann vernetzen sie sich, verschmelzend, zu einem einzigen komplexen Organismus. Wenn sich die Lebensumstände ändern, schließt sich also eine große Zahl einzelner, zuvor nicht miteinander verbundenen Zellen zusammen und gibt ihre Individualität auf, einen Organismus bildend, seine spezielle Funktion im Dienst eines Ganzen zu übernehmen.' (David Peat, The Philosopher's Stone, Chaos, Synchronicity, the Hidden Order of the World).
 

Rhythmen, Zyklen, Friedensgesänge  „Verwunde mein Herz mit eintöniger Mattigkeit“ – dies geheimnisvolle Geheimnis aus dem 'Herbstgesang' des Dichters Paul Verlaine war die Parole an französische WiderstandskämpferInnen mit der größten Armada aller Zeiten [OverLord; D-Day, June 6, 1944] Terror und Weltkrieg für immer in Europa zu stoppen. Sie wird nun zur Lotos-Wurzel, dem "cantus firmus" der Arche-Sophia, eines kosmisch-femininen Frühlings-Schöpfungsgesangs. Innere Gleichheit im Zentrum der Geometrie der Verschiedenheit [Triangelum-Kooperativität] kommt vom Nicht-Anhaften an sinnlicher Erfahrung. Mystischer Tod – „Sterben ist das wahre Leben der Seele“ (Anna Garcias) – ist jene psychologische Desensibilisierung, die menschlichen Lebens Neuen Sinn erschließt.
 

Im politischen Zusammentreffen von 'protestantischem Konservatismus' („Gibt mir den geschiedenen Mann!“) und 'patrilinearer Spiritualität' liegt der Grund für unsere Angst in der gegenwärtigen Krise. Wir fürchten, dass sie gefährlich eskalieren könnte. Denn wenn man Wahrheit mit patrilinearer Notwendigkeit identifiziert, kann es Tatsachenwahrheit in der Tat nicht geben; damit hat man auch 'Die Freiheit der Frau' liquidiert, die ohne das Es-hätte-auch-anders-kommen Können undenkbar ist. (Hannah Arendt, Über den Totalitarismus). Wissen kann einer Menschheit zum Vorteil gereichen, wenn es in der Hand edelmütiger Menschen ist, und eine Menschheit zerstören, wenn es sich in den Klauen von Egoisten oder Despoten befindet. Macht des Geldes verführt durch das Wissen und die Fähigkeit damit zu jonglieren dazu, Materie zu missbrauchen. Was auf dem Spiel steht, ist unser Verständnis von Religion und Spiritualität. Und es betrifft unser aller Leben! – und ganz gewiss die Möglichkeit des Überlebens unserer globalen Zivilisation. Geistigkeit als die Annäherung an die Menschheit setzt 'Umkehr' voraus; 'sicher wissen wenige, was Reue ist, aber jeder sagt, wo sie herrschen soll' (Musil, Mann ohne Eigenschaften): 'Gott entschwunden in der Manifestation' – da erwacht unser Mitgefühl aus dem Schlaf; 'die Manifestation entschwunden in Gott' – da erweckt das Universum unsere Sprache von den Toten. Wenn das Weibliche innerlich 'den Gott' als Humanes Wesen erweckt und von Allmacht 'Seines Willens' als »Ihr« Leben wahr gemacht hat, dann wird alles, was vom geistigen Himmel des Mannes auf direkte Weise hinabsteigt, für »die Edle Frau« anziehend und angenehm sein – weil, im Wort der Mystik ausgedrückt, des Mannes Schöpfergeist 'Gottes zarte Wurzel ist', an der Die Rose zur Sonnenblüte empor ranken kann: Der Pfad, der des Mannes aktive Natur zur empfänglichen Seele gemacht hat, vermag nunmehr die Seele der Frau zu ihrer aktiven Vollkommenheit zu führen. Was in des Mannes Lust sich "männlich" zeigt und nicht von heil'ger Seele ausgeht, wird einer Frau, in der kosmischen Intuition ihres Herzens, zuwider sein; statt in der Alchimie des Universums zum Ausdruck der Himmel ihrer Seele, im Zwang zu empfangen, sich in untergeordnete oder übergeordnete Stellung einzuordnen – daraus werden sich Frauen in Zukunft durch Trennung befreien.
 

Von der Jakobsleiter oder Vom Krieg zwischen Himmel und Hölle  Geld reduziert das Gejammer 'Was sollen wir essen, trinken, anziehen?' (Matthäus 6:31). Wer jedoch aufsteigende Ströme nach unten ausfließen lässt, benutzt sich und andere für die Spaßgesellschaft: die Zerstörung der Erde. Jene Leute, die nur ansammeln und darin verweilen – als Frauen in frommer Heiligkeit, als Männer im interreligiös-Spirituellen –, haben im Kriegführen verloren! Gottes Weiblichkeit, die von schöpferischem Geist die Neue Welt aufbaut, kommt von spirituellen Männern, die ihre Seelenzeit geben, sie haben ihren Schatz für immer.
 

Das Buch der Gesänge  Die Frau eines Arbeiters bringt Sich nach Seiner Weise „Großer Gott, wir loben dich“ als die universelle Priesterin hervor; mit Ihrem Gesang „Lobet den Herrn, den mächtigen König der Erde“ führt die "gnädige Frau" Dr. Faustus nach Christi spiritueller Art in den Himmel hinan. Die Liebe aber sendet Ihre Poesie nach der Weise „Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein“ in die Welt, damit 'Die Universelle Frau' Ihn von Ihrer eigenen Art wiederbringe. Wer ist "von Ihrer Art"? – Es sind die Bodhisattvas.
 

In unendlichem einfachen Licht ruht das Gespräch 
„Was ist herrlicher als Gold? Das Licht. Was ist erquicklicher als Licht? Das Gespräch.“ (Goethe, Das Märchen, 'Die Schlange spricht').

 

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MILLENNIUM  MUSIC  POETRY
essence  Alpha et Omega

Inhaltsverzeichnis der einzelnen Kapitel:

Symphony Universel: sacred-music-festival
»significatio passiva«

Zhikr
Prolog
A. Das Buch der Gesänge
B.
Situation: Anamnesis und Anā-Lyse
C.
I. Von den Inneren Bildern
     II. Von der Herren-Vernunft
D. Dieu sensible au Cœur
E.
Vulnerabilität der Seele und spirituelle Resilienz
F.
Die Antwort des Universums: 'Gottes Wundertaten'
G.
Fragen
H.
Appell an die Frauen
I.
Global Warning
J.
Der Religionskrieg
K.
Christentum und Ethics Conference
L.
Visionen
M.
I. Der schöpferische Ausdruck von Liebe
    
II. Das Geheiligte, die Verehrung der Weiblichen Seite Gottes
    
III. Die Heilkraft der Liebe
    
IV. Bedeutung der menschlichen Beziehung
    
V. Der Heilige Gral
    
VI. Der heilige Kontakt
N.
Erleuchtetes Herz – Unbefleckte Empfängnis
O.
Beziehungs-Situation auf Planet Erde
P.
Über heilende Hormone und vergiftende Stoffe
Q.
Global Ethics: Integral Ethics Unity in Multiplicity
    
Dialog
R. Women-Universel-Global-Ethics – Kosmopolitische Heilung
S. Healing – Awakening of Womanity
T. Interreligious Sciences of Sacred Art-Therapy
U. Ethics Conference and Dialogue
V. Transcultural Mentoring / Netzwerk-Design
W.
Mystik
X.
Gebete
Y.
L'Universel – Intertextual Human Experience
Z.
last words
Interreligious Sciences of Sacred Art-Therapy (ISSAT)
Omega
Responsorium Graduale
The Cosmic Mandala
Global Awareness – Cultural Ethics